Die erste Frau als Bürgermeisterin von Limburg

Die Bürgermeisterkandidatin Birgit Geis stammt aus dem Westerwald und will als erste Frau die Bürgermeisterin von Limburg sein

„Nach Ellar ist es immer eine Reise wert“, so Geis. Bei dem Rundgang durch Ellar ging es zuerst auf den Friedhof zum Grab der Eltern, dann zur Kirche, zur sorgfältig ausgebauten Burg, an der Alten Schmiede vorbei zur Hungerburg und zum Schluss zur ehemaligen Volksschule in Ellar.
„Hier ging ich vier Jahre in die Volksschule, danach besuchte ich ab der 5. Klasse die Marienschule in Limburg. In dieser Zeit war es etwas ganz besonderes, dass ich als Mädchen aus einer Arbeiterfamilie vom Land das Gymnasium besuchen konnte“ meinte Geis.
Ich wuchs in einer traditionellen Großfamilie auf. Mein Vater war Verputzer, meine Mutter Hausfrau und ich wohnte mit zwei Geschwistern, den Eltern und den Großeltern in einem kleinen Haus. Bei uns war immer etwas los. Wir hatten immer Besuch von Onkeln, Tanten, Cousins und Cousinen, die in der nahen Umgebung wohnten. Wir hatten auch viele Freiräume und konnten außen gefahrlos spielen, der Lasterbach floss hinter unserem Haus und das Heidehäuschen war auch nicht weit weg. Ein Fernsehgerät gab es erst gegen Ende meiner Volksschulzeit und zum Telefonieren musste man zu Nachbarn gehen.

Mit dem Besuch der Marienschule begann meine Verbundenheit mit Limburg. Frühmorgens ging es mit dem Bus von Ellar nach Limburg. Die Freundinnen in der Schule kamen z. T. aus Limburg und z. T. aus dem Umland von Limburg, Westerwald und aus dem Aartal. Als wir älter wurden, trafen wir uns mittags in Limburg in der Schule, in den Cafés in Limburg oder im Jugendzentrum im Schloss. Wir „hingen aber nicht nur ab“ sondern machten auch freiwilligen Sonntagsdienst im Limburger St Vincenz-Krankenhaus. So wurde Limburg allmählich zu meinem Lebensmittelpunkt.

Für Politik habe ich mich bereits als junges Mädchen interessiert. Durch den sehr guten Sozialkunde- und Politikunterricht in der Marienschule, aber auch durch mein Engagement in der Katholischen Jungen Gemeinde, der KJG, konnte ich mich mit den Problemen der Gesellschaft auseinandersetzen. Ich wollte wie mein Bruder, der aktives Mitglied in der Christlichen Arbeitnehmerjugend, der CAJ, und in der Gewerkschaft war, die Welt verändern.
Deshalb trat ich mit 16 Jahren in die SPD ein. Dies war eine Zeit, als die SPD im Aufbruch war und mit Willi Brandt „Mehr Demokratie wagen“ wollte.

Ich verließ die SPD 1983; Ich sah keine Möglichkeit, etwas gegen den Bau von Atomkraftwerken, Planung von Wiederaufbereitungsanlagen und den Nato- Doppelbeschluss in der SPD zu erreichen. Dies sah ich aber bei den Grünen: Ökologisch – sozial – basisdemokratisch – gewaltfrei. Im August 1983 trat ich bei den Grünen ein.
Nach Abschluss meiner Ausbildung zur Erzieherin zog ich, 20 Jahre alt, mit Ehemann und Kind von Ellar nach Dietkirchen. So war Limburg jetzt nicht nur mein Lebensmittelpunkt, sondern wurde, um mich im Fachjargon auszudrücken, mein gewöhnlicher Aufenthaltsort.
Hier in Dietkirchen lebe ich seit 44 Jahren. 2001 schloss ich die Verwaltungsprüfung 1 zur Verwaltungsfachangestellten ab. Seit 19 Jahren arbeite ich in Limburg als Sachbearbeiterinbei der Kreisverwaltung Limburg-Weilburg, davon vier Jahre beim Jobcenter und 15 Jahre beim Sozialamt Limburg-Weilburg, meine drei Kinder sind in Limburg geboren, zur Schule gegangen und wohnen alle in Dietkirchen bzw. in Limburg.

Als Pendlerin bin ich jahrelang nach Frankfurt und Wiesbaden gefahren. Aus diesem Grund weiß ich, wie sehr die Lebensqualität steigt, wenn man an dem Ort, wo man lebt, auch arbeitet, besonders in Limburg.
Deshalb setzte ich mich für Limburg ein: als Ortsbeiratsmitglied in Dietkirchen von 1997 bis Ende 1998, als Stadtverordnete von 2009 bis 2011, als Stadträtin ab 2011 und jetzt als Bürgermeisterkandidatin.

Zuletzt kandidierte 1997 eine Frau für das Amt der Bürgermeisterin von Limburg. Jetzt ist es an der Zeit, dass durch meine Kandidatur eine Frau das Amt der Bürgermeisterin auch übernimmt.